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Petra Dimitrova

10 Juni 2024 - 27 Juni 2024
петра димитрова

Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal neugierig in einen Behälter oder einen öffentlichen Mülleimer geschaut, so wie man im Restaurant einen Blick auf das Essen am Nachbartisch oder auf dem Balkon des Nachbarn wirft. Menschen werfen alle möglichen Dinge weg, und deshalb ist Müll ein materielles Spiegelbild unserer Gesellschaft, unserer Lebens- und Konsumgewohnheiten. Wer unsere Zivilisation erforscht, wird seinen Blick unweigerlich auf den Müll richten. Auch Petra schlüpft in die Rolle einer solchen Detektiv-Archäologin. Ihre Gemälde erinnern an die klassische Übung, willkürliche, abstrakte Formen zu zeichnen, wie etwa zerknülltes Papier oder Leonardos Versuche, Wolken grafisch darzustellen. In diesem Fall übt diese präzise Darstellung des Chaos, in dem wir uns befinden, subtile Kritik daran – durch die Ironie seiner eigenen Ästhetisierung. In dieser künstlerischen Sprache erscheint Müll als formlose, amorphe Masse, als ein Volumen überflüssiger und unpersönlicher Materie, die ihre Bedeutung verloren hat. Denken wir nur einmal daran, wie wertvoll ein Paar Scheren, ein Kochtopf, ein Radio oder eine Jeans früher waren, ganz anders als heute.

Alexander Gabrovsky

  • Datum: 10 Juni 2024 - 27 Juni 2024
  • Standort:Varna

Die Anwesenheit der Tiere in der Komposition wirkt surreal. Die Pferde stolpern verwirrt inmitten der Zwischenraumlandschaft, ihr Geklapper erinnert an den Fauvismus von Franz Marcs blauen Pferden. Ein Band von Baudelaire rollt zwischen ihren Hufen, dessen inspirierende Kraft der Künstler nicht vergessen hat zu würdigen. Vielleicht ist es der rebellische Geist des Symbolismus, der eines dieser Pferde dazu gebracht hat, sich mit den Zähnen zu uns – den Betrachtern, die wir aus der Behaglichkeit des weißen Kubus zusehen – umzudrehen und die vierte Wand zu durchbrechen. In den verwirrten Blicken der Tiere, die in den Überresten unseres Lebens nach Nahrung suchen, entdecken wir denselben unstillbaren Hunger und dasselbe Gefühl des Verlustes, das wir in der Welt empfinden, die wir uns selbst geschaffen haben. Der einzige Unterschied: Die Tiere sind die unschuldigen Opfer – jene, die sich an die Umwelt anpassen, die wir ihnen genommen und egozentrisch an uns angepasst haben. Wir sind es, die sie gezwungen haben, sich von Jägern und Pflanzenfressern in Müllsammler zu verwandeln. Die Technik des Öldrucks verstärkt die Idee des Abdrucks menschlichen Handelns im Antlitz der Natur.

  • Datum: 10 Juni 2024 - 27 Juni 2024
  • Standort:Varna

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