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Brigitte Heintze

23 Aug. 2023 - 15 Sep. 2023

In der Ausstellung „Rosa“ analysiert und vergleicht Brigitte Heintze das kulturelle, sozioökonomische und religiöse Umfeld der modernen Frau. Mit verschiedenen Techniken wie Collage, Grafik und Malerei präsentiert sie uns manchmal plakativ und provokativ, manchmal situationsbezogen tiefgründige Klischees und Situationen aus unserem europäischen Alltag und darüber hinaus. Im Mittelpunkt ihrer Werke steht die Frau in ihrer ganzen Potenz, Vielfältigkeit, religiösen Verdammnis, Unterdrückung und Resignation. Klischees, die die Rolle der Frau in der Vergangenheit und heute verblassen lassen und entpersönlichen. Die Frau, Eva, mädchenhaftes Rosa und Rot.

Der Schrei des Roten wird vom Alltag übertönt, das Lieblingsrosa jedes kleinen Mädchens wird von der Farbe des Erwachens zur Farbe der abgenutzten Alterung. Besonders stark und ausdrucksstark ist dies in der Bilderserie aus São Paulo zu beobachten. Angst, Gewalt, Unterwerfung sogar vor einem Paar Stiefel, die Probleme des Rassismus. Das Lebensdrama der Farbigen kann nicht mit einem „weißen“ Taschentuch weggewischt werden, ihr Traum, weißer zu sein, in der Hoffnung auf ein normaleres Leben.

Bei jedem Werk müssen wir das Puzzle der Botschaften entschlüsseln, die es ausmachen.

Eines der Bilder löste bei mir eine andere Interpretation aus und provozierte mich mit der Frage: Wenn Christus eine Frau gewesen wäre, hätte er dann so gemalt werden können? Brigitte Heintze begeht keinen Gottesmut, sondern denkt vielleicht mutig über die These vom göttlichen Ursprung nach.

Frauen, Frauen, Frauen. Brigitte stellt sie dar, kommentiert sie aber nicht. Sie malt Zustände mit Respekt und Mitgefühl, ihre Zeichnungen sind so frei wie der Geist ihrer Figuren. Sie alle sind in ihrer Verschiedenheit wunderschön.

Die Grafikserie „Sonntagmorgen in Sao Paulo“ ist eine traurige Realität des modernen Lebens, selbst in ihrer Vielfarbigkeit bleibt sie stark kanonisiert, geometrisch und steif. Die schöne Vergangenheit (mit Blick auf die weißen weiblichen Skulpturen) steht in einem unüberwindbaren Kontrast zur überwältigenden räumlichen Ohnmacht. Die Ohnmacht, die auch wir kennen, angesichts der neuen und alten Giganten, angesichts der neuen Kulturlosigkeit. Die Collagen, eine Inszenierung, wie Brigitte sie selbst beschreibt, sind Erzählungen über verschiedene Biografien. Sie sind eine Chronik von Lebensabschnitten, wie ein Psychogramm, in das Renaissance-Elemente eingebettet sind.
Wenn ich weiß wäre, wäre das Leben schön, aber ich bin traurig, mein Traum von einem anderen Leben, von Europäerinnen mit Tigerkragen, die Auszeichnungen im Kampf für den Tierschutz tragen.

Die Palette, mit der Brigitte arbeitet, ist sehr groß und bunt, die Themen sind sowohl aktuell als auch zeitlos, die Kraft der Erzählung wird nicht verschont, im Gegenteil – sie wird in ihrer Klarheit und Eindeutigkeit betont – „La vie en rose“.

Anna Halamian

  • Datum: 23 Aug. 2023 - 15 Sep. 2023
  • Standort:Varna

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