Peter Lazarov
Der Ansatz zur Realisierung der grafischen Werke sei derselbe wie in der Oper, so der Autor. „Ich gebe eine Stimme, inszeniere die Wechselbeziehungen und die Position der Charaktere, wobei jedes Porträt auf Gesichtern aus dem wirklichen Leben basiert. Die so geschaffene neue Fiktion führt zu einem neuen Drama, einer Neulesung antiker Texte.“ Das griechische Drama spannt den Bogen des Lebensdramas drastisch. Der Autor nimmt die Herausforderung an, indem er sie durch die feine Balance der Kontraste, mit „Duetten und Terzetten“, also den Wechselbeziehungen der Charaktere, mit der Harmonie zwischen Punkten, Strichen, Flecken und Linien sowie mit der Technik des Hochdrucks unterstreicht. Vor uns erwacht die grafische Musik von Peter Lazarov zum Leben.
Mark Boychev
„Ritual“ ist eine Komposition, die auf dem Gedicht „Die Quelle der Weißfüßigen“ von Petko R. Slaveykov basiert. Ob das Werk Überlieferung, Fiktion oder eine grausame und traurige Realität ist, lässt sich aus archäologischen Untersuchungen ableiten, die die Wahrheit durch an Brücken gefundene Knochen bestätigen. Die schönsten Mädchen des Dorfes wurden geopfert. Beeindruckt vom griechischen Drama sehen wir, dass unsere Erzählung in Bezug auf Kraft, Grausamkeit und falsche hohe Ziele in nichts nachsteht. Auf der Suche nach einer erfundenen und kontrollierenden Moral ist die gesamte Menschheit offensichtlich zu Grausamkeit bereit. Die Komposition „Samodivi“ nach Hristo Botev, basierend auf der Ballade „Hadschi Dimitar“, ist transformierte und beseelte Poesie.


